Anycubic I3 MEGA 3D Drucker im Test

Anycubic I3 MEGA 3D Drucker

Heute gibt es einen etwas anderen Blogpost und zwar zu dem Anycubic I3 MEGA 3D Drucker.
Auch wenn ich mich vor meiner Kaufentscheidung bereits sehr ausführlich mit dem Thema 3D Druck beschäftigt hatte, so habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, als es nun endlich soweit war und ich das Paket in Empfang nehmen konnte. Da ich an diesen Nachmittag mit den Kids alleine zuhause war, mussten diese natürlich direkt mit mir zusammen das Paket auspacken. Die ältere Tochter durfte dann Papa beim Fotografieren helfen. Die jüngere Tochter hat dafür fleißig ausgepackt 😉

Technische Daten

Bezeichnung Anycubic I3 MEGA
Druckraumgröße 210 x 210 x 205 mm
Unterstütztes Filament PLA, ABS, PETG, HIPS, Holz, etc.
Nozzle Durchmesser 0,4 mm
Filament Durchmesser 1,75 mm (Standardgröße)
Achsengenauigkeit X 0,01 mm
Y 0,01 mm
Z 0,002 mm
Schichtauflösung 0,05 – 0,3 mm
Fahrgeschwindigkeit 150 mm / s
Heizbetttemperatur bis zu 100° C
Extruder Temperatur 260° C
Preis ca. 300 €
Gewicht verpackt 10 kg
Abmessungen (B x H x T)
405 x 410 x 453 mm (mit Standfuß)
968 x 562 x 82 mm (ohne Standfuß)
Besonderheiten
Filamentsensor
3,5″ farbiges Touch-Display
Glasscheibe als Druckplatte
Z-Achse wird zweiseitig geführt (höhere Stabilität)

Verpackung und Lieferumfang

Wie ich gerne sagen mag: Verpacken können die Chinesen und das auch sehr gut. Dies mag aber auch vielleicht daran liegen, dass das gute Paket einige Meter machen muss, bis es hier in Europa, in Deutschland, bei mir zuhause angekommen ist. Ich erinnere mich da immer wieder gerne ein das eine oder andere Paket, was mit lauter Löchern von meinem Lieblings-Paketdient abgegeben wurde….

Anycubic I3 MEGA Verpackung

Hier ist es ganz anders: Alles sehr schön in Schaumstoff eingepackt und zusätzlich in Folie. Ich denke, da gibt es nichts auszusetzen und da bin ich wirklich schon ganz Anderes gewohnt.

Der gut bestückte Lieferumfang sieht wie folgt aus:

  • SD Karte und SD Kartenleser (USB)
  • Schrauben
  • Werkzeuge zur Befestigung
  • Pinzette
  • Handschuhe
  • Stromanschlusskabel
  • Rollenhalter (muss noch zusammengebaut werden)
  • eine Rolle Filament (schwarz in meinem Fall)
  • USB Kabel, um direkt vom PC zu drucken – hier wäre es auch möglich mittels Rasperry PI und Octoprint zu drucken
  • einen Seitenschneider
  • einen Spachtel
  • ein zusätzliches Hotend

Aufbau

Ich muss gestehen, dass es schon fast eine Frechheit meinerseits ist dem Anycubic I3 MEGA ein eigenes Kapitel zum Thema aufbau zu widmen, denn er ist im Gegensatz zu vielen anderen Drucker zu 95% vormontiert. Um den Drucker in Betrieb zu nehmen, müssen lediglich eine handvoll Schrauben angebracht werden und ein paar Kabelverbindungen gesteckt werden.

Dazu wird die Base in den Metallrahmen geschoben und aufgesteckt. Danach wird diese auf jeder Seite mit vier Schrauben (insgesamt also acht Schrauben) mit dem Rahmen befestigt. Auch hier merkt man, dass das Gesamtkonzept des Ancubic I3 MEGA stimmig ist. Der passende Imbusschlüssel liegt dabei und ist auch ausreichend lang. Ich habe mich dennoch für meinen Hazet Mini Steckschlüsselsatz entschieden, welcher immer griffbereit liegt. Danach sollte noch kurzerhand der Netzumschalter kontrolliert werden, da mit dem verbauten Netzteil sowohl 110V als auch 220V als Stromzufuhr verwendet werden kann. Auf der Rückseite der Base müssen dann noch kurzerhand drei Steckverbindungen eingestöpselt werden und schon ist der eigentliche 3D Drucker fertig aufgebaut. In meinem Set war bereits eine Rolle Filament enthalten und so habe ich den Rollenhalter montiert. Dieser wird größtenteils zusammengesteckt und mit vier Schrauben befestigt. Einzig die Schutzfolie auf den sauber gefrästen Teilen nervt beim Entfernen, da sich diese wirklich nur sehr beschwerlich entfernen lässt. Anschließend kann auch schon die Rolle Filament eingelegt werden. Da der Anycubic I3 MEGA über einen Filamentsensor verfügt, muss das Filament durch diesen geführt werden. Dabei sollte das Filament auch sauber durch den Rollenhalter geführt werden.

Der Aufbau ging insgesamt wirklich sehr leicht von der Hand. Sehr schön ist, das alles an Werkzeug dabei ist. In meine Fall waren sogar neun anstatt acht Schrauben zur Befestigung der Base dabei, was auf der einen Seite für etwas Verwirrung gesorgt hat, aber auf der anderen Seite ein gutes Zeichen ist. Wie schnell passiert es, dass eine Schraube abhanden kommt und man mühselig auf die Suche nach Ersatz gehen muss.

Alle Gewindestangen sind bereits eingefettet, sodass diese auch wirklich sehr leichtgängig sind. Hier sollte man von Zeit zu Zeit dran denken diese nachzufetten z.B. mit Nähmaschinenöl.

Gerade weil der Anycubic I3 MEGA so leicht aufzubauen ist, war es auch mein erster 3D Drucker, welchen ich mir angeschafft habe. Es gibt wirklich viele andere 3D Drucker auf dem Markt, die deutlich günstiger sind, aber noch montiert werden müssen. Dabei gehen gerne mal zehn Stunden drauf bis der Drucker steht. Dann muss noch selber kalibriert werden und das heißt jeden Stepper-Motor in der Software justieren.

Der erste Druck

Bevor wir nun endgültig mit dem 3D Druck starten können, muss noch das Druckbett ausgerichtet werden, welches als klassisches “Leveln” bezeichnet wird. Dazu nimmt man ein einfaches Blatt Papier und legt dieses auf das Druckbett. Bei Anycubic I3 MEGA ist zwar bereits ein Stück Papier genau für diesen Zweck aufgeklebt, jedoch waren schon kleine Eselsohren drin, sodass ich dieses entfernt und kurzerhand ein eigenes Stück Papier genommen habe. Nun wird der Anycubic eingeschaltet und man navigiert über das Touch-Display in den Bereich, wo man die Achsen verfahren kann. Nun muss jede Ecke und auch die Mitte so abgefahren werden, dass wirklich nur das Stück Papier dazwischen passt; lässt man mehr Platz, dann bekommt man keine saubere erste Schicht hin und hat gerade bei größeren “Bauwerken” mit Haftungsproblemen zu kämpfen.

Anycubic I3 MEGA Ultrabase

Das Druckbett selber ist eine Glasplatte mit einer speziellen Beschichtung, welche dafür sorgen soll, dass auf der einen Seite der Druck gut hält, aber sich nach dem Abkühlen die Druckobjekte dennoch gut wieder herunternehmen lassen. Es kann sein, dass ihr das Druckbett über die vier Einstellschrauben an den Ecken nicht weit genug nach unten oder auch nach oben bekommt. Ist dies bei euch der Fall, dann solltet ihr unbedingt den Z-Stop kontrollieren. Dies ist eine Einstellschraube, welche einen Kontakt auslöst, wenn die Z-Achse (Bewegungsrichtung oben/unten) in die Endposition (z-Koordinate 0) gefahren ist. So weiß der Anycubic I3 Mega immer wo seine 0-Position ist. Diese Einstellschraube könnt ihr zumindest auch rein oder rausdrehen, um diese Position zu verschieben.

Auf der beiliegenden SD-Karte ist bereits ein Druckmuster darauf – es ist der Anycubic Klassiker und zwar zwei Eulen, welche bereits als gcode-Dateo vorliegen. Da die Datei vom Hersteller direkt kommt, hatte dieser auch die Möglichkeit alle Einstellungen so vorzunehmen, dass diese für ein sehr gutes Ergebnis im 3D Druck sorgen.

Das folgende Bild zeigt die beiden Eulen, welcher Meinung nach schon ein sehr sehr gutes Ergebnis für den ersten Druck sind für jemand unbedarften wie mich, der vorher noch nie einen 3D Drucker in der Hand hatte:

Anycubic I3 MEGA Eulen

 

Alltäglicher Nutzen

Ich muss gestehen, dass sich mittlerweile erst diverse Einsatzzwecke für den 3D Drucker entwickeln und es nun nicht mehr nur eine Spielerei ist, sondern man auch Anwendungsgebiete findet, wo man sich nun selber Ersatzteile oder auch nützliches Zubehör drucken kann.

Gerade im Bereich des Modellbaus, aber auch in der TableTop Branche finden 3D Drucker immer mehr Begeisterte. Ich habe z.B. für einen Freund einige Kartenhalter und auch Dosen für das Spiel Xombicide gedruckt. Er ist zufrieden und das Spiel wirkt dadurch wesentlich aufgeräumter.

## BILD KARTENHALTEr

Dabei sind es viele Kleinigkeiten, welche man mit einem 3D Drucker entweder mal eben auf die Schnelle drucken kann, weil schon etliche Modelle in den freien Datenbanken verfügbar sind. Ein Klassiker sind einfache Einkaufswagenchips, welche mittlerweile Dauerläufer bei mir auf der Arbeit sind – die Kollegen freuen sich drüber 😉

Es darf aber auch gerne mal etwas mehr sein. So habe ich mir auch schon passende Winkel aus Kunststoff gedruckt, da ich nichts Passendes im Haushalt hatte und das Bett unbedingt am Wochenende fertig werden sollte:

Anycubic I3 MEGA Winkel gedruckt

Darüber hinaus wirklich etliche weitere Sachen. Ihr seht z.B. zwei Scharniere, die ich mit dem Anycubic I3 MEGA noch in der Anfangszeit gedruckt habe. Diese wurde in einem Stück gedruckt. Das zweite Bild zeigt eine Endkappe für ein Vierkantrohr und das letzte einen Stifthalter.

Tuning des Anycubic I3 MEGA

Egal, ob es Facebook-Gruppen  oder auch andere Blogger sind, man findet wirklich etliche Leuten, die den Anycubic I3 MEGA noch tunen. Dabei gibt es eine Reihe von Möglichkeiten diesen zu verbessern oder auch zu verschlimmbessern. Dabei möchte ich euch einfach mal meine Meinung dazu mitteilen und euch auch einige wichtige Informationen, Zeichnungen und auch Projekte mit auf den Weg geben, welche meiner Meinung nach als Tuning lohnenswert für den Anycubic I3 MEGA sind:

Da der Lauf der Rollenhalterung nicht ganz sauber ist und die Rolle in dem Anycubic Rollenhalter doch sehr wackelt/eier, kann ich euch diese Erweiterung für den Anycubic Rollenhalter nur ans Herz legen:

https://www.thingiverse.com/thing:2402357

Bitte druckt euch keine Halterung der Filamentrolle zur Befestigung am Drucker – gerade Modelle, die ganz oben auf den Drucker gesetzt werden, wackeln doch wirklich sehr herum und sorgen für unschöne Nebeneffekte (unsauberer Druck).

Den folgenden Werkzeughalter, für Werkzeuge aus dem Lieferumfang, ist wirklich eine gute Sache und sorgt für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch:

https://www.thingiverse.com/thing:2793693

 

Darüberhinaus gibt es wirklich noch eine Reihe von zusätzlichen Sachen, welche jedoch nicht konkret in Verbindung mit dem Anycubic I3 MEGA zu sehen sind und deshalb werde ich in einem separaten Beitrag noch einmal darüber berichten.

 

Der Anycubic I3 MEGA ist definitiv kein leiser 3D Drucker und wird deshalb auch von vielen in dieser Hinsicht geupgraded. Dabei kommen die Geräusche sowohl von den verbauten Lüftern als auch von den Schrittmotoren. Von vielen wird ein Upgrade der Schrittmotoren auf die TMC2208 vorgenommen. Gerade zur Geräuschreduzierung kann ich dies sehr gut verstehen, wenn der 3D Drucker z.B. im Wohnzimmer steht. Meiner steht im Abstellraum und macht natürlich auch Geräusche, aber solange die Tür von der Abstellkammer zu ist, bekomme ich davon nichts mit. Ob man durch den Tausch auch bessere Druckergebnisse hat, mag ich zu bezweifeln. Ich habe zumindest in diversen Facebook-Gruppen auch etliche Leuten gesehen, die sowohl mit den original Schrittmotoren als auch mit den neuen Schrittmotoren wirklich sehr schlechte Ergebnisse erzielt haben. Ich denke, dass ich mit den originalen Schrittmotoren doch wirklich sehr gute Ergebnisse erziele und dementsprechend ein Wechsel nicht notwendig ist.

Fazit zum Anycubic I3 MEGA

Ich habe bisher nur PLA Filament gedruckt, habe aber bereits schon etliche Dinge, welche ich auch in ABS, HIPS, etc drucken will und genau dies unterstützt auch der Anycubic I3 MEGA. Wie gut er sich jedoch diesen Herausforderungen stellt, kann ich natürlich aktuell noch nicht sagen, werde ich aber ergänzen. Ich kann jedoch sagen, dass ich bereits mehr 2 kg PLA Filament gedruckt habe und wirklich kein Stück diese Anschaffung bereue.

Es sind dabei einige lustige Sachen heraus gekommen:

  • ein Katapult inkl. Flugkörper für das Büro

einige ansehnliche Sachen:

  • die beiden Eulen
  • der Riese aus Game of Thrones

einige nützliche Sachen:

  • Abdeckkappen für diverse Rohre
  • ein Stifthalter
  • Zahnpastatubenaufwickler
  • Kartenhalter für Spielkarten (Zombicide)

und ich habe noch eine lange Liste mit weiteren Sachen, die ich zukünftig drucken werde. Aktuell erarbeite ich mich gerade die Feinheiten der CAD Modellierung, um mir auch selber einige Modelle entwerfen zu können und nicht nur auf fertige Objekte aus Datenbanken (z.B. thingiverse) oder auf meinen besten Freund zurückgreifen zu müssen.
Es gibt bisher nur eine Situation in der ich nicht sagen kann, dass ich den Kauf bereut habe, sondern vielmehr, dass ich es bedauere nicht einen Drucker mit einem noch größeren Druckvolumen zu haben. Größer ist halt doch besser 😉

Über Marcel 37 Artikel
Berufliche bin in der Welt der Nullen und Einsen unterwegs und lasse mich gerne für neue technische Dinge und auch Gadgets begeistern. Neben meiner handwerklichen Geschick und meiner Liebe zur Fotographie behalte ich den Gadget Bereich immer wieder im Blick

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